Mai – Juni 2023
«FABRIK – Season 3. Montage»
Kunstausstellung in der Schifflistickerei, 13.05 - 11.06.2023
Die Ausstellung „FABRIK – Season 3. Montage“ ist der dritte Teil der Ausstellungsreihe, welche im März 2022 begonnen hat. Die Ausstellungsreihe mit dem «Was war?» der Season 1 und dem «Was jetzt?» von Season 2 bündelt sich nun und pendelt sich auf die Grundlage “Was wäre wenn?” der Season 3 ein.
Dieses Mal treten dem Betrachtenden die Bezüge der ehemalige Schifflistickerei, die Nutzung der Fabrik als Produktionsstätte von verschiedenen Industriezweigen sichtbar materialisiert in der Ausstellung entgegen.
Es werden Arbeiten gezeigt, die zum Beispiel unter dem Wort „Montage“ den Fokus auf die „Veredelung“ eines Produktes setzen. Es gibt Werke, die seriell hergestellten Praktiken erkennbar machen, die sich mit Fragen nach dem letzten Schliff beschäftigen, dem Anfertigen von Einzelstücken oder Arbeiten, die sich der Auseinandersetzung mit dem „non finito“ stellen.
Adresse: Stickereistrasse 13, Balterswil
Landingpage: fabrikbalterswil.ch
Instagram: @fabrik_balterswil
Kuratiert durch: Giulia Hess, Sebastian Lendenmann
Reenactment 1 2 3 7 14 21 49 98 147
2023
Ortspezifische Installation
Martina Helena Kaufmann
Stickerei: Waldburger-Stickerei-Manufaktur, Arbon
Stimme. Ernst Bächler, Saurer Museum, Arbon
Stoff: Rigotex AG, Bütschwil
30 Schnittkanten Halbleinen (Maschinelle Reststücke Rigotex AG) an Schiffli (Orginale der Schifflistickmaschine) befestigt, 1 Halbleinen Band (gewoben, Restposten) bestickt, 1 Ambos auf Holz Pallet, 1 Kopfhörer, 1 Mediaplayer, 1 Aufnahme Stimme und Maschinengeräusche
Die Künstlerin Martina Helena Kaufmann hat für ihr Werk Reenactment - 1 2 3 7 14 21 49 98 147, Schnittkanten verwendet aus der diesjährigen Produktion der Rigotex AG. Die Schnittkanten verweisen dabei auf die heutige noch aktive Textilproduktion in der Schweiz hin und auf ein in der Produktion übrigbleibendes Produkt. Die Arbeit ist ortspezifisch und in der Halle der FABIRK-Ausstellung genau dort montiert, wo früher die Schifflistickmaschinen standen, die Umrisse des Fundamentes sind noch gut erkennbar. Die dunklen Stellen (Öl Rückstände) und der Ambos sind Relikte der Schmiede, die nach der Stickerei in dieser Fabrik beheimatet war. Die Zahlenfolge und die hörbare Stimme des ehemaligen Schifflistickerei-Programmierers verweisen auf die neunstellige Codierung hin, die für die Lochkarten Programmierung der Stickmaschinen benutzt wurden. Die Programmierer hatten diese Zahlenfolge verinnerlicht, weil sie damit alle Positionen jedes Stiches bestimmt haben. Reenactment - 1 2 3 7 14 21 49 98 147 transportiert Relikte aus der Vergangenheit ( Codierung, Ambos etc) in die in die Gegenwart und baut sie zu einem Altar auf, auf dem die Betrachtenden überholte, Produktionsmethoden oder nostalgische Gefühle neu positionieren können.




